28.05.2009
Ein Land, in dem Milch und Honig fließen?
Der Protest der Milchbauern nimmt selbst für die abgehobene Polit-Kaste in der BRD ernstzunehmende Ausmaße an. Oder wie anders ist das plötzliche Entgegenkommen der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Forderungen der Bauern gegenüber zu bewerten?
Schon seit langem stehen die Milchbauern ohne jegliche Lobby mit ihren Forderungen allein da. Schon seit langem fordern sie einen Basispreis von ca. 40 cent pro Liter, um wenigstens kostendeckend und wirtschaftlich arbeiten zu können. Desweiteren wird seitens der Bauernschaft berechtigterweise ein stärkerer und effektiverer Importschutz gefordert. Die Billigkonkurrenz führt immer stärker zu einem „Dumping“ auf tiefstes Niveau, sodaß unzählige landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland um die Existenz fürchten müssen.
Eine weitere, durchaus sinnvolle Forderung der Bauernschaft ist der Übergang von einer zentralen Milchmengenvorgabe zu einer dezentralen, flexiblen Milchmengensteuerung in der Hand der Erzeuger.
Deutsche Bauern wurden durch die Freihandelsdoktrin über Jahre einem ruinösen Wettbewerb ausgesetzt.
Ein weiteres Dilemma, dem sich die Landwirte in Deutschland verstärkt ausgesetzt sehen und dem seitens der Politik bisher keinerlei Abhilfe verschafft wurde, ist die geringe Eigenkapitaldecke. Häufig sind die Bauern nicht imstande, notwendige Investitionen zu tätigen, um somit wettbewerbsfähig zu bleiben.
Gesamtgesellschaftlich und am schwersten dürfte die Problematik sein, daß die meisten Verbraucher mittlerweile immer weniger auf die Qualität, sondern viel mehr auf den Preis achten. Milch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse haben aber nunmal ihren Preis und was nützt uns allen die billigste Butter, wenn das Rückgrat unserer Volkswirtschaft aus Geiz-Aspekten bald gebrochen ist?
Zum Schutze der deutschen Bauern, qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel und dem Erhalt unzähliger Arbeitsplätze fordert die NPD eine radikale Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik. Der deutsche Bauer muß vor dem Preis- und Lohndumping durch die Billigkonkurrenz geschützt werden. Durch wirksame Steuererleichterungen und verbesserte und vor allem zinslose Liquiditätshilfen muß dafür gesorgt werden, daß der Gestaltungs- und Investitionsspielraum des arg gebeutelten Bauernstandes wieder erweitert wird.
Ferner muß darüber nachgedacht werden, ob es wirklich nötig ist, eine zentrale Milchabgabemenge auszugeben, statt den Milcherzeugern die Entscheidung über die zu produzierende Menge freizustellen.
Sinnvoll wäre überdies und im Gegensatz zu einer zentral erstellten Gesamtquote eine Festlegung des preislichen Spielraums, anhand dem sich die Erzeuger, Molkereien und anderweitigen Abnehmer orientieren müssen. Dies würde beiden Problemen, unwirtschaftliche Abnehmerpreise für die Bauern, aber auch zu hohe Endpreise für die Verbraucher, Abhilfe verschaffen.
Aber über solch einen Schritt ist man seitens der Systemparteien natürlich nicht bereit, nachzudenken. Dies würde schließlich einen Schlag gegen den Götzen namens „Freihandel“ bedeuten.
Berlin, den 28.05.2009
NPD-Pressestelle