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03.04.2009

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Globalisierung – Synonym für weltweite Ausbeutung

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Grundgesetz des Kapitalismus: den Schuldenbergen der Staaten stehen die Guthabenberge der Kapitaleigner gegenüber

Ein System, egal welches, kann nur funktionieren, wenn es immer wieder einen Ausgleich erreicht. Ein System, das keine Ausgleichmöglichkeit findet, führt zwangsläufig zur Selbstvernichtung, egal ob durch einen Krieg oder einen Wirtschaftszusammenbruch, da es sich dann nur linear entwickeln kann.

Die daraus entstehenden Zyklen führen zu einem erzwungenen Kreislauf, in dem sich das System selbst vernichtet. Ein solches System ist in höchstem Maße ungerecht. Denn auch die Gerechtigkeit ist es, an der sich jedes System und das dazu gehörende Rechts und Wirtschaftssystem messen lassen muß. Gerecht aber kann nur ein in sich geschlossenes System funktionieren. Hierbei kann die Familie, die Gemeinde, die Region oder die Volksgemeinschaft Bestand haben. Es handelt sich immer um eine gewachsene, homogene Gemeinschaft, in der ein Kreislauf in sich einen Ausgleich finden kann.

Es ist die Tendenz der weltweiten Kapitalseigener, gewaltige produktive Kapazitäten aufzubauen, die die Konsummöglichkeiten des jeweiligen Volkes auf Grund der ungerechtfertigten Renditeerwartungen übersteigen und aufgrund der sozialen und rechtlichen Ungleichheiten der jeweiligen Völker und deren allgemeiner Kaufkraft begrenzen. Nicht einmal mit gewaltigen Steuererhöhungen und einer boomenden Wirtschaft im Rücken ist es zum Beispiel der Bundesregierung in den vergangenen Jahren gelungen, auch nur ausgeglichene Haushalte vorzulegen.

Nun lassen sich ordnungspolitische Sünden wieder korrigieren – die Staatsverschuldung aber nicht. Sie läßt sich nicht wegreformieren. Sie muß schlichtweg bezahlt werden. Wenn der Schuldenabbau aber nicht einmal der Zwei-Drittel-Mehrheitsregierung im Aufschwung gelingt, dann gelingt es der Politik in geordneten Bahnen wohl überhaupt nicht mehr. Wenn jedoch die verantwortlichen Vertreter auf Zeit (gewählte Volksvertreter) den Staat als eine Kuh betrachten, die auf Erden gemolken, aber im Himmel gefüttert wird, wird der Vertreter diese Kuh schlachten – die Völker verkaufen oder vernichten.


Die Gesetze des Kapitalismus

Allen historischen Erfahrungen nach sind die privaten Kreditkrisen Kleinigkeiten im Vergleich zu staatlichen Finanzkrisen – denn bei diesen drohen Kriege, Enteignungen oder Kapitalschnitte, wenn es nicht gelingt, die fiskalische Amokfahrt von Staaten zu beenden.

Zu den Warenbergen, die keine Käufer finden können, gesellen sich die Berge an Kapital, das nur schwer in der weiteren Warenproduktion eine profitable Investitionsmöglichkeit findet. Es bestehen schlichtweg keine profitablen Investitionsmöglichkeiten mehr, da die Märkte aufgrund fallender Nachfrage tendenziell schrumpften.

Die mit den revolutionären, durch den Erfindergeist der Völker geschaffenen Vorsprünge in Mikroelektronik und Informationstechnologie ausgelöste Produktivkraftsteigerung und die damit einhergehende fundamentale Krise der Arbeitsgesellschaft führt zu einer Flucht nach vorne in einen Ausbau des deregulierten Niedriglohnsektors, Verlagerung von Produktion in Schwellenländer und verstärktem Wachstum des Finanzsektors, welcher sich zu einer Stütze der Konjunktur entwickeln sollte. Es bilden sich globale, durch das Finanzsystem kreditfinanzierte Negativkreisläufe heraus, die mit verstärkter spekulativer Ausdehnung einhergehen.

Und weiter: Die sich immer weiter verschuldenden Staaten nehmen als Konjunkturpumpe die weltweite Überschußproduktion der exportorientierten Volkswirtschaften auf, diese reinvestieren ihre Einnahmen vor allem im Finanzsektor, von dem sie glauben, dieser biete Sicherheit, und müssen feststellen, daß nur der Realmarkt eine Rendite ergeben kann. Daher werden regelmäßig ungeheure Summen von Werten (Geldwerten) aller Völker vom System der großen und größten Kapitalseigener vernichtet – wie auch gegenwärtig wieder. Denn Rendite geht von Wachstum aus, nicht vom Erhalt.


Unter dem Schutz des US-Imperiums
Hier wird bewußt in Kauf genommen, daß ganze Völker dabei zu Grunde gehen. Vom Krieg gegen die Armut zum Krieg gegen die Armen – so verkommt die derzeitige Politik der Bundesregierung mit ihrem Schutzschirm für Banken und anderen Geldvernichtungsgesellschaften, die der großen Mehrheit der bedürftigen Deutschen, soweit diese sich noch in Arbeit befinden oder von Transferleistungen leben müssen, in der BRD gegenüberstehen.

Ohne das US-Imperium und seine militärische und polizeiliche Schlagkraft im Rücken könnte das Kartell der Kapitals-eigener der Welt nicht überleben. Statt auf die multilaterale Organisation der kollektiven Sicherheit haben die Kapitalseigener auf die Schlagkraft der amerikanischen Supermacht gesetzt. Anstelle einer internationalen schiedsgerichtlichen Schlichtung von Konflikten zwischen Staaten haben sie das Diktat des amerikanischen Imperiums gewählt. Und weit davon entfernt, die Produktion und Verteilung der Güter des Planeten einer normativen Wirtschaft anzuvertrauen, welche den elementaren Bedürfnissen der Erdbewohner Rechnung trüge, haben sie sie der »unsichtbaren Hand« des integrierten Weltmarkts übereignet, den sie perfekt kontrollieren. Oberstes Ziel ist Shareholder Value, d.h., die Aktionäre reich zu machen und den Wert des Unternehmens zu steigern. Menschen gelten hierbei nur als »Humankapital« mit Wert, solange sie Rendite erbringen, ansonsten sind sie nur hinderlich. Was zu beweisen war.
Helmut Radunski

Quelle:   www.deutsche-stimme.de

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