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15.11.2006

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Tod eines Rentners

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Bericht
Bad Nauheim
Der folgende Fall ist nicht tagesaktuell; absolut aktuell sind jedoch die hier beschriebenen Mechanismen in Medien, Politik und Verfolgungsbehörden, die unser Land immer mehr zu einem asymmetrischen Rechtsstaat machen. Dies bedeutet, daß aufgrund bestimmter Voreinstellungen bei den beteiligten Einrichtungen eine Gleichbehandlung von bestimmten Rechtsfällen immer weniger gegeben ist. So kommt dann der Eindruck auf, daß im Vergleich von Fällen mit deutschen und ausländischen Beteiligten, Deutsche als Opfer eine Zweite-Klasse-Behandlung erfahren bzw. als Täter extremster Verfolgung ausgesetzt sind, die sich deutlich von umgekehrten Fällen abhebt.

Dies spiegelt auch der Vergleich zwischen den etwa zeitgleich abgelaufenen Fällen Potsdam und Bad Nauheim wider.

In Bad Nauheim wurde am 26. März 2006 ein einheimischer Rentner Opfer einer brutalen Attacke. Der 72-jährige Mann wurde in die Intensivstation eines örtlichen Krankenhauses eingeliefert und fiel dort in ein Koma. Nach etwa drei Wochen erwachte er daraus und verstarb kurze Zeit darauf. Der Mann wurde am 22. April 2006 beigesetzt.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde dieser Fall der Öffentlichkeit verschwiegen, der Vorgang fand keine Erwähnung im Pressebericht der zuständigen Polizeidirektion Friedberg.

Am 25. April 2006 berichtete dann die Wetterauer Zeitung erstmals unter der Schlagzeile: „Rentner stirbt vier Wochen nach Schlägerei“. Der Bericht wurde nicht aufgrund eigener Recherche initiiert, sondern kam durch Hinweise eines Bekannten des Opfers zustande. Auf die Frage, warum der Vorfall nicht durch die Polizei veröffentlicht wurde, ging die Zeitung nicht ein. Die Wetterauer Zeitung stellte den Vorfall als „Schlägerei“ dar. Diese Beschreibung muß als falsch angesehen werden, da selbst der am 27. April in der WZ zu Wort gekommene Polizeibeamte Erich Müller von „tätlichem Angriff“ spricht. Das 72-jährige Opfer wog zu diesem Zeitpunkt ca. 60kg, bei dem Täter handelt es sich um einen 24-Jährigen, in Bad Nauheim wohnhaft und auch wegen seiner extremen Aggressivität polizeibekannt. Merkwürdige Voraussetzungen für eine „Schlägerei“.

Der Täter besitzt einen deutschen Paß, stammt allerdings aus Weißrußland und war zumindest zum Tatzeitpunkt Hartz IV-Empfänger - Tatsachen, die der Öffentlichkeit ebenfalls nicht mitgeteilt wurden. Weiterhin ist nicht geklärt, ob an dem Tathergang drei Täter beteiligt waren - so die Aussage des Opfers - oder ein Täter - so die Mitteilung der Polizei.

Am 27. Mai 2006 erschien dann ein Leserbrief in der Wetterauer Zeitung, in dem zum ersten Mal kritisch die Rolle von Medien, Politik und Justiz in diesem Fall angesprochen wurde und eine Parallele zu dem Potsdamer Fall des sogenannten Deutsch-Äthiopiers aufgezeigt wurde. Zur Erinnerung: hier hatte die Wetterauer Zeitung mehrfach und ausführlichst berichtet, mitunter auf Seite 1. Diesen Leserbrief zum Bad Nauheimer Fall kommentierte der stellvertretenden Chefredakteur der Wetterauer Zeitung, Cherubim, in einer den Verfasser bzw. seine Aussagen anzweifelnden Art. Auch hier eine äußerst merkwürdige Positionierung der Wetterauer Zeitung: nicht die fehlende Öffentlichkeitsarbeit der Polizei und Mängel in der eigenen Berichterstattung werden kritisiert, sondern ein Bürger, der offensichtlich vorhandene Mißstände beschreibt.

In einer nicht veröffentlichten Mitteilung verleumdete Cherubim zudem den Rentner auf übelste Art und bezog sich dabei auf Quellen, die ihm diese Informationen zugetragen hätten. Auch hier journalistisches Versagen: Wer in einem derart sensiblen Fall nicht in der Lage ist, eigene Recherchen (die ein anderes Bild an den Tag gebracht hätten) einzuleiten, der hat sicher seinen Beruf verfehlt. Der Vorgesetzte von Cherubim, Dr. Rempel, Geschäftsführer der der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft, zu der auch die Wetterauer Zeitung gehört, kam zu der peinlichen Einschätzung, daß die Wetterauer Zeitung hier ihre publizistische Pflicht erfüllt habe. Weitere Leserbriefe an die Wetterauer Zeitung, die u.a. ihr Versagen adressierten, wurden bewußt nicht veröffentlicht.

Der Bad Nauheimer (Haupt-)Täter befand sich nach der Tat wieder auf freiem Fuß. Laut Zeugenaussagen beging er ca. drei Monate nach der Tat in Bad Nauheim eine weitere schwere Körperverletzung, die ebenfalls mit der Einlieferung seines Opfers in ein Krankenhaus endete...
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