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22.06.2010

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Ostvorpommern bald medizinisch unterversorgt

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Die ambulante und stationäre ärztliche Versorgung im Kreisgebiet Ostvorpommern ist alles anderes als bedarfsgerecht. Die Abwanderung und Pensionierung von praktizierenden Ärzten führte auch hier über die Jahre zu einem akuten Mangel an Medizinern, der sich in den nächsten Jahren noch dramatisieren wird. In den kommenden Jahren müssen bis zu 40 Prozent aller Allgemeinmediziner- und Facharztstellen neu besetzt werden, wenn kein eklatanter Ärztenotstand ausbrechen soll.

Bereits heute sind 13 der 71 praktizierenden Hausärzte in Ostvorpommern älter als 60 Jahre, wobei das Durchschnittsalter bei 51,8 Jahren liegt. Die Ärztekammer prognostiziert bereits für 2015, daß im Bereich Ostvorpommern 28 Allgemeinärzte fehlen werden.



Aktivitäten der Landesregierung mangelhaft

In den sprichwörtlichen fünf Minuten vor Zwölf bemüht sich nunmehr das Ministerium für Soziales und Gesundheit, daß Mecklenburg-Vorpommern in den medizinischen Nachwuchs investiert. Bei einem jüngst stattgefundenen Gesundheitsgipfel wurde sich in Absprache mit anderen Bundesländern darauf verständigt, bei der nächsten Kultusministerkonferenz Initiativen nur Jungärzterekrutierung vorzuschlagen.

Dabei wurde angeregt, die Studienplatzvergabe für Medizinstudiumsbewerber dahingehend abzuändern, daß abwanderungsunwillige Studenten bei der Vergabe der Studienplätze bevorzugt werden. Diese sollen zudem angehalten werden, insbesondere nach Abschluss ihrer Ausbildung in einem unterversorgten Gebiet als Facharzt bzw. Allgemeinmediziner zu praktizieren. Darüber hinaus sollen Medizinstudenten verpflichtend werden, teilweise ihre praktische Ausbildung bei einem Hausarzt abzuleisten.

Auch begann die Landesregierung erst kürzlich mit einem zaghaften Anwerbungsprogramm unter österreichischen Jungmedizinern, statt wie bisher auf volksfremde Ärzte aus dem europäischen Osten zu setzen. Eine späte Erkenntnis der etablierten Landespolitik: Angesichts geschätzter Ausbildungskosten eines Medizinstudenten in Höhe von durchschnittlich 200.000 Euro solltenunsere eigenen Ärzte nicht durch schlechter ausgebildete Ärzte aus Polen, Litauen und der Tschechei ersetzt werden.

Medizinische Grundversorgung jetzt sichern!

Bereits des Öfteren thematisierte die NPD-Fraktion im Landtag den schleichenden Ärztemangel in unserer Heimat. Im Gegensatz hierzu zeigte sich die CDU-SPD-Landesregierung erschreckend unwissend und ignorierte in ihren Antworten auf mehrere Kleine Anfragen der NPD schlichtweg das Problem (siehe hier).

Es muß jedoch ein Sofortprogramm gegen den drohenden Ärztemangel entwickelt werden, solange die hausärztliche und fachärztliche Versorgungslage noch Möglichkeiten zur Gesundung bietet. Stückwerk und Flickschusterei der Landesregierung können den Mangel an Medizinern nur verzögern, nicht jedoch beheben. Oberste Priorität sollte nämlich eine langfristig gesicherte medizinische Flächenversorgung durch Nachwuchsgewinnung haben. Beispielsweise führte Sachsen als erstes Bundesland bereits 2009 ein monatliches Stipendium in Höhe von 600 Euro für angehende Mediziner ein.

Die NPD fordert bereits seit Langem eine gezielte Ansiedlung von Ärzten in unterversorgten Regionen, welche als förderfähige Wirtschaftsförderungsmaßnahme anerkannt werden muß. Denn der Sicherstellungsauftrag für die ambulante medizinische Behandlung liegt nur formal in der Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenkassen und der Zahnärztekammer – auch hierbei kann sich der Staat nicht aus seiner Verantwortung gegenüber den Bürgern hinausstehlen.

Quelle: www.npd-mv.de





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