21.12.2009
Wenn man die Szenarien in der Zeitung liest, dann muß man sich objektiv fragen, ob wir in einer Demokratie leben. Das Kreishaus mit einem Plakat "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" zu dekorieren, halte ich schon für absonderlich. Aber nachdem es sich um einen Demonstrationszug der Nationaldemokraten handelt, dürften die sich gar nicht mit genannten Plakat angesprochen fühlen, da zwischen "Nationaldemokraten" und "Faschisten" doch noch ein großer Unterschied liegt.
Die Krönung aber: Der Landtrat fordert die 89 Schulen im Kreis zur Teilnahme an der Gegendemo auf. Da sollen Kinder und Jugendliche auf die Straße gegen eine nicht verbotene Partei gejagt werden, als stünde man kurz vor der Kapitulation des demokratischen Staates. Hitler hat zum Schluß des Krieges auch Kinder und Jugendliche verheizt. Da scheint mir der Landrat weit übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Zumal bei der aufgehetzten Stimmung möglicherweise Gefahr für Leib und Leben gegeben ist. Verantwortungsloser kann ein Landrat nicht handeln. Dabei hat seine Behörde lediglich dafür zu sorgen, dass Recht und Gesetz eingehalten wird. Wenn das alles Demokratie sein soll, dann will ich lieber kein Demokrat sein.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Friedberger Bürger
(Anm.d.Red.: Laut Angaben des Leserbriefschreibers wurde dieser Leserbrief an mehrere im Wetteraukreis erscheinenden Zeitungen im November